Klimaanlage selbst bauen – DIY Anleitung

Wie heißt es doch so schön? Manche mögen es heiß! Aber was ist, wenn Sie nicht gerade im Urlaub am Strand liegen, sondern Ihre Zeit im Büro oder zuhause verbringen?

Dann empfinden Sie immer wiederkehrende Hitzewellen wahrscheinlich als lästig. Klimaanlagen sind nicht nur in der Anschaffung teuer, es entstehen auch Stromkosten.

Möchten Sie mit einfachen Mitteln für eine nachhaltige Abkühlung in Ihrem Wohnambiente oder Arbeitsbereich sorgen, dann lohnt es sich durchaus, selbst eine Klimaanlage zu bauen.

Vor- und Nachteiler einer selbst gebauten Klimaanlage

Welche Vorteile bringt Ihnen eine Do-it-yourself-Klimaanlage?

  • Sie verbrauchen deutlich weniger Strom als mit einer richtigen Klimaanlage.
  • In eine DIY-Klimaanlage müssen Sie nicht mehr als 30 Euro investieren.
  • Der Bau der Klimaanlage ist umweltfreundlich.
  • Sie können komplett auf gefährliche Chemikalien verzichten.
  • Für die Verteilung der kühlen Luft benötigen Sie lediglich einen simplen Ventilator.

Die Nachteile der Do-it-yourself-Klimaanlage?

  • Die Klimaanlage arbeitet mit Verdunstungskühlung, senkt daher nicht die Raumtemperatur.
  • Die DIY-Klimaanlage kühlt nur punktuell.
  • Die Luftfeuchtigkeit erhöht sich im Raum.

Steigen die Temperaturen in den Sommermonaten bis zur Schmerzgrenze, dann ist eine schnelle und probate Lösung gefragt. Denn dann sehnen Sie sich förmlich nach einer eigenen Abkühlungsanlage.

Sie sind durchaus in der Lage, aus altem „Schrott“ und ein paar wenigen Bauteilen Ihre eigene DIY-Klimaanlage zu konstruieren. Die Art der Lüftung mithilfe eines Plastikgefäßes (Eimer oder Box) ist schnell und einfach herzustellen.

Was benötigen Sie, um eine Klimaanlage selbst bauen zu können?

Eine selbst gebaute Klimaanlage kann keine Wunder bewirken. Ein herkömmliches Klimagerät kühlt mit Sicherheit wesentlich effektiver Ihren Arbeits- oder Wohnbereich. Aber eine selbst gebaute Klimaanlage eignet sich allemal, um Ihnen ein wenig Erfrischung an den heißen Sommertagen zu gewährleisten.

Vermutlich haben Sie für das Bauen der Klimaanlage einige Dinge zu Hause herumliegen.

  • Für das Gehäuse verwenden Sie eine Plastikbox oder einen Eimer mit Deckel.
  • Der Tischventilator sollte kleiner als der Deckel sein.
  • An Arbeitsgeräten benötigen Sie zunächst eine Schere oder einen Cutter.
  • Eiswürfel, Kühlakkus oder gefrorene Wasserflaschen sollten Sie sich besorgen.
  • Sie benötigen eine Styroporplatte oder eine Dämmmatte.
  • Für die Rohre besorgen Sie sich ein Abflussrohr.
  • Der Bohraufsatz sollte denselben Durchmesser haben wie das Rohr.
  • Einen Kleber, Montagekleber bzw. Silikon verwenden Sie für die Dämmung.
  • Optimal: eine Bohrmaschine mit Lochbohraufsatz um Löcher zu bohren. Es geht aber auch eine Schere oder ein Cutter.

Wie sollte im Idealfall Ihre DIY-Klimaanlage bei der Inbetriebnahme aussehen?

Haben Sie das Endresultat vor sich, dann sehen Sie einen Eimer bzw. eine Box. Aus dem Gehäuse schauen mehrere Rohre heraus. Der Ventilator wird entweder hinter der Box oder oberhalb des Eimers platziert.

Selbst gebaute Klimaanlage
So in etwa sollte am Ende Ihre selbst gebaute Klimaanlage aussehen

Im Innern der selbst gebauten Abkühlungsanlage haben Sie ausreichend Platz für Eiswürfel oder für gefrorene Wasserflaschen. Was die Ästhetik anbelangt, so mag ein zurechtgebastelter Plastikeimer womöglich nicht wirklich schön anzusehen sein. Doch das Aussehen können Sie im Nu verändern, in dem Sie die Box mit Farbe besprühen oder anmalen.

Ein DIY-Luftkühler funktioniert einwandfrei

Möchten Sie eine schnelle Abkühlung erreichen, dann sorgt eine Schale Eiswürfel ganz flott für Kälte. Stellen Sie in Ihre selbst gebaute Klimaanlage gefrorenes Wasser in Flaschen hinein, dann haben Sie eine etwas längere Raumabkühlung in Aussicht.

Was passiert in der DIY-Klimaanlage?

Der Luftstrom vom Ventilator wird durch das Eis (oder Kühlakkus oder Eis in Wasserfaschen) mit kühler Luft angereichert. Dieser Luftstrom wird dann aus den drei Rohren herausgeblasen.

Am besten setzen Sie sich etwas in den Luftstrom, so profitieren Sie von der kühlen Luft am meisten. Setzen Sie sich aber nicht direkt mit dem Gesicht vor den Luftstrom, auch wenn das die beste Abkühlung bringt. Bedenken Sie, dass die kalte Luft sich negativ auf Ihre Schleimhäute (wie Augen und Nase) auswirkt.

Hinweis: Damit Sie beim Klimaanlage selbstbauen auch das erwünschte Resultat erzielen können, ist es wichtig, dass Sie beim Einsatz der Lüftungsanlage dafür sorgen, den Wohnraum ausreichend zu lüften. Durch die Verdunstungskälte gelangt Feuchtigkeit in Ihren Arbeits- bzw. Wohnbereich. Darum ist für das Raumklima die Frischluftzufuhr enorm wichtig.

Bauanleitung für den Selbstbau Ihrer Klimaanlage

Das Rohr teilen Sie in drei gleich lange Stücke. Im Innern des Gehäuses ist eine Dämmung vonnöten, dazu verwenden sie entweder eine dünne Dämmmatte oder etwas Styropor. Für das Dämmen der selbst gebauten Klimaanlage benötigen Sie genau so viel Material, wie Sie für das Dämmen des Deckels und des Bodens brauchen.

Kommen wir nun zur Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Benötigte Zeit: 30 Minuten.

Anleitung für eine selbst gebaute Klimaanlage

  1. Ventilator anbauen

    Setzen Sie den Ventilator auf den Deckel und schneiden Sie eine Öffnung in der Größe des Ventilators in den Deckel. Kleben Sie den Ventilator fest oder befestigen Sie ihn mit Schrauben.

  2. Löcher bohren

    In der Mitte des Eimers bohren Sie mit einem Lochbohraufsatz drei Löcher auf einer Höhe. In diese Löcher kommen dann gleich die Rohre um die kalte Luft später nach Außen zu transportieren.

  3. Rohr in drei gleichgroße Teile schneiden

    Das Rohr schneiden Sie in drei gleich große Teile oder Sie haben sich gleich drei gleich große Rohre besorgt.

  4. Eimer mit Dämmung auskleiden

    Passen Sie die Styroporplatte an die Eimergröße an. Schneiden Sie das Material grob auf Länge. Dann kleiden Sie damit den Eimer von innen aus. Auch der Boden des Gehäuses sollte mit Styropor ausgelegt werden.

  5. Rohre einsetzen

    Schneiden Sie Aussparungen in die Dämmung bei den Löchern für die Rohre. Stecken Sie dann die Rohrteile durch den Eimer und durch die Dämmmatte oder durch das Styropor. Mit Heißkleber können Sie dann die Lücken drum herum füllen.

  6. Mit Eis füllen und anschließen

    Nachdem Sie den Eimer mit Eis befüllt haben, schließen Sie die Plastikbox bzw. den Eimer. Jetzt können Sie den Ventilator mit Strom füttern. In kürzester Zeit haben Sie eine einfache, günstige und extrem erfrischende Klimaanlage selbst gebaut, die auch voll und ganz funktionstüchtig ist.

Drei Alternativen, die Ihnen gegen die Hitze weiterhelfen

Der klassische Ventilator ist eine energiesparende und günstige Alternative zu den teuren Klimaanlagen. Die Luftbewegung sorgt für ein erträgliches Klima innerhalb Ihrer vier Wände. Der Abkühlungseffekt ist garantiert, da der Luftstrom den Schweiß auf Ihrer Haut trocknet.

Sie können sich vor den heißen Temperaturen im Sommer schützen, indem Sie erst gar keine Hitze ins Haus hineinlassen. Halten Sie tagsüber alle Türen und Fenster geschlossen. Das Lüften erfolgt im Idealfall abends oder in der Nacht, wo die Außentemperaturen ganz von alleine sinken.

Auch mithilfe vom Rollos, Markisen oder Fensterläden gelingt es Ihnen, die Hitze aus Ihrer Wohnung bzw. Ihrem Arbeitsbereich fernzuhalten. Zur Abkühlung nutzen Sie dann die kühle Luft.

Lesetipp: Wie das Zimmer und die Wohnung im Sommer kühlen?

Damit Sie am nächsten Tag angenehme Temperaturen haben, sollte über Nacht alles auf Durchzug stehen. Beginnt dann im Laufe des Vormittages die Sonne ihre Wärme zu entfalten, dann schließen Sie ganz einfach die Fenster und Türen. Rollos oder Fensterläden dienen Ihnen als perfekter Sonnenschutz.

Das Video für die DIY-Klimaanlage zum Nachschauen


Über den Autor Martin Gebhardt

Vor Jahren suchte ich einen Kaufratgeber für Klimaanlagen. Ich fand keinen und schrieb selbst einen. Diesen finden Sie nun hier auf meiner Website.


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